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Die Kunstverkaufsmesse Umschlagplatz geht im Herbst in seine fünfte Runde

Das ist die gute Nachricht vorab. Nachdem die geplante Edition der Kunstverkaufsmesse Umschlagplatz in den Alten Pakethallen im letzten Jahr den Veranstaltungsverboten von Corona ersatzlos zum Opfer gefallen ist, liegen nun die Hoffnungen auf dem Herbst 2021.

Zahlreiche Künstler haben bereits ihr Kommen nach Coburg angekündigt. Eigentlich richtete sich der Blick eher stets nach den aktuellen Corona-Entwicklungen als das ein anderer Faktor einschneidender wäre. Trotzdem stellte sich kürzlich bei einem Routineanruf bei den Hallenvermietern, der Wirschaftsförderung beziehungsweise der Designwerkstatt Coburg heraus, das die beliebten Pakethallen eben nicht zur Verfügung stehen. Klammheimlich und ohne Benachrichtigung von diversen Veranstaltern wurde im stillen Kämmerlein die Entscheidung getroffen, die Hallen für mindestens 2 Jahre wegen Renovierung zu schließen. Diese Nachricht ist erst einmal ein Paukenschlag, aber an dieser Tatsache läßt sich nach einigen weiteren Gesprächen mit Verantwortlichen nicht rütteln. Man muß allerdings auch zugeben das sich direkt um das Ensemble der Pakethallen mit der Errichtung des „Globe“, der Interrimsspielstätte des Landestheaters das renoviert werden soll, eine Mega-Baustelle aufgetan hat.

Artikel www.infranken.de: Das Globe in Coburg wächst im Untergrund

Angesichts dieser Bilder aus dem Mai kann man vielleicht auch die Stadt Coburg verstehen, nur wäre die Kommunikation nach Außen natürlich von Vorteil gewesen.

Eine weitere bittere Pille für das Format der Kunstverkaufsmesse in Coburg. Als Veranstalter stellt sich nun die Frage. Erst Corona und dann keine Gelände. Ist das der Todesstoß für das Format? Wirklich in den Herbst 2023 verschieben? Klar ist, das diese Location einen sehr großen Anteil am bisherigen Erfolg der Idee Umschlagplatz einnimmt. Wo gibt es bitte in der Nähe solch eine Location die den Erwartungen der weitgereisten Künstler und der Besucher gleichermaßen, die noch das Flair der Pakethallen vor Augen haben, gerecht werden. Eigentlich unmöglich.

Soll man wirklich das Format und die Marke Umschlagplatz riskieren um es am Ende in einem Schloß, einem Museum oder einer gewöhnlichen Konzerthalle „in den Ofen“ zu fahren? Neu denken oder abwarten. Ob im Herbst 2023 überhaupt noch jemand einen Gedanken daran verschwendet nach Coburg zu kommen und nach vier Jahren fast wieder bei Null anzufangen? Am Anfang spannt man den Radius in Gedanken bei der Suche nach möglichen Alternativen eng, am Ende denkt man dann immer großzügiger und ist dabei schon dutzende Kilometer von Coburg entfernt. Wenig überraschend das Resümee: diese Pakethallen sind wirklich einmalig und stehen eines Tages hoffentlich wieder in alter Blüte und direkter Nähe zum Landestheater Coburg als neues Kulturzentrum zur Verfügung.

Der Umschlagplatz zieht um

Doch die „vermeintliche“ Lösung liegt am Ende nur 20 Autobahnkilometer südlich von Coburg entfernt. Seit vielen Jahren werden die Siegertrophäen der Kunstpreise von der Weltfirma Goebel Porzellan bereit gestellt. Als vor wenigen Jahren Goebel die traditionsreiche Marke Kaiser Porzellan übernahm, verlagerte man im Zuge der Renovierung des weitläufigen historischen Industrie-Areals sogar den eigenen Firmensitz nach Bad Staffelstein.

Am Ende war es eigentlich das nahliegenste, noch dazu im eigenen Sponsorenkreis des Umschlagplatzes, eine neue Heimat zu finden.  Schnell war die Firmenleitung um das Team von Uwe Dzyck und Hans Peter Langsch bereit nach dem ersten Hilferuf die eigenen Produktionshallen zur Verfügung zu stellen. Beim üblichen Ortstermin wich die anfängliche Skepis  dann der puren Zuversicht hier die Historie des Umschlagplatzes auf einer gesunden Basis weiter schreiben zu können. Es ist tatsächlich möglich zwischen Brennöfen, Ofensortierung, Glasurwerkstatt und Zeichenbrettern Kunst zu präsentieren. Die großzügigen Hallen und das gesamte Gelände verfügen über einen ähnlichen Charme, um etwa in diesem Raster zu bleiben. Nur ist auf dem Boden im Gegensatz zu den Pakethallen kein Staubkorn zu finden und die Szenerie wirkt schon fast wie ein perfekt gestyltes Industrie-Museum, nur das immer wieder Mitarbeiter durchs Bild wuseln. Aber es geht meiner Meinung jetzt darum, nicht immer Äpfel mit Birnen aufzuwiegen, sondern vielmehr Nägel mit Köpfen zu machen um das Format Kunstverkaufsmesse Umschlagplatz nicht gänzlich einschlafen zu lassen. Der zugesagte Support von Goebel ist wirklich überwältigend und ich bin sehr motiviert und zuversichtlich Besucher und Künstler gleichermaßen in die benachbarte Kurstadt zu locken. Staffelstein bietet darüber hinaus eigene Anziehungspunkte wie die Obermain Therme, Bayerns wärmste und stärkste Thermalsole, dem Staffelberg, der Basilika Vierzehnheiligen oder Schloß Banz mit zahlreichen Kur- und Urlaubsgästen. Hinzu kommt die neue Nähe zu Bamberg, Kulmbach und Lichtenfels.

Die Kunst bereits in Bad Staffelstein zu Hause.

Seit vielen Jahren gibt es zudem eine enge Liaison zwischen den Produkten von Goebel und Künstlern vieler Epochen und auch Stilrichtungen: vom Impressionismus, dem Jugendstil bis zur zeitgenössischen Pop Art. Berühmte Werke von Claude Monet, Gustav Klimt, Vincent van Gogh, Paul Cezanne, Hokusai, Charles Fazzino, Britto oder auch James Rizzi sind auf den Produkten zu finden. Letzterem ist bis Dezember im Alten Kesselhaus auch eine große Ausstellung unter dem Motto „Porzellan trifft Pop Art“gewidmet Gemeinsam mit der Art 28 Kunsthandel und Gallery präsentiert Goebel Porzellan auf dem Werksgelände in Bad Staffelstein die Kunst von James Rizzi. In der großen Ausstellung sind unter anderem auch beeindruckende 3D-Bilder von James Rizzi im Original  zu sehen. Ein Teil der Ausstellung widmet sich der Umsetzung der einzigartigen Werke von James Rizzi durch Goebel in dreidimensionale Skulpturen und andere Sammelobjekte. Diese faszinierende Ausstellung, steht am Wochenende den Besuchern des Umschlagplatzes ebenfalls kostenlos offen. So liegt es nahe das die beiden Kunstpreise auch als Skulpturen von James Rizzi überreicht werden.

Beide Haupt-Sponsoren mit Auto Müller und von Poll Immobilien Coburg bleiben dem Format treu und stellen weiterhin die mit insgesamt 3000 Euro dotierten Geldpreise erneut zur Verfügung. Das Datum ist nach wie vor der 25. und 26. September 2021.

Das Gesamt-Paket hat mich letztendlich überzeugt und ich bin zuversichtlich das Kunstinteressierte aus ganz Franken am Ende den Weg auch nach Bad Staffelstein finden werden.

Der Umschlagplatz öffnet dann wie gewohnt am Samstag um 14 Uhr und endet nach dem Nightshopping mit Live-Musik um 24.00 Uhr.  Am Sonntag ist die Kunstmesse zwischen 10 und 18 Uhr zu besuchen. Der Unkostenbeitrag liegt bei 3,50 Euro.

Alle Informationen zur neuen Location, den Künstlern und dem weiteren Programm sind in Kürze auf der Webseite www.umschlagplatz-franken.de zu finden.

Heiko Bayerlieb, Veranstalter